Thomas Griep Steuerberater

Kanzleimarketing

Steuernews für Ärzte

Ausgabe Herbst 2013

Klicken Sie auf ein Bild, um Details zu erfahren.

  • Steuerliche Neuerungen im Umsatzsteuerrecht durch das Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz
  • Umsatzsteuerpflicht medizinischer Callcenter
  • Behandlungskosten für Burn-out
  • Vorsicht vor Dumpingangeboten im Internet

Steuerliche Neuerungen im Umsatzsteuerrecht durch das Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz

Neues Steueränderungsgesetz enthält Ausweitung der Umsatzsteuerbefreiung für heilbehandelnde Berufe

Artikel lesen

Umsatzsteuerpflicht medizinischer Callcenter

Keine Steuerbefreiung für Umsätze medizinischer Callcenter

Artikel lesen

Behandlungskosten für Burn-out

Burn-out nicht als typische Berufskrankheit anerkannt

Artikel lesen

Vorsicht vor Dumpingangeboten im Internet

Zahnärzte hatten zusammen mit Unternehmen, die besondere Rabattwebsites vertreiben, eine Kooperation angeboten

Artikel lesen

Behandlungskosten für Burn-out

Behandlungskosten für Burn-out

Der Fall

Ein Steuerpflichtiger hat Kosten für eine mehrwöchige stationäre Behandlung in einer psychosomatischen Abteilung als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit geltend gemacht. Er begründete dies u.a. damit, dass er nicht wie erwartet zum Prokuristen ernannt worden ist und man ihm mit einer Vertragsanpassung gedroht hatte, die aus seiner Sicht einer Degradierung gleichgekommen wäre. Er hatte darauf akute gesundheitliche Beschwerden erlitten, weswegen ihn seine Hausärztin in Abstimmung mit einem Facharzt für Psychiatrie in die psychosomatische Klinik zur stationären Behandlung eingewiesen hat. Die Kosten wurden von der Krankenversicherung nicht übernommen. Auch das Finanzamt lehnte die Geltendmachung als Werbungskosten ab.

Das Urteil

Das FG München gab der Finanzverwaltung Recht. Burn-out würde keine typische Berufskrankheit darstellen. Ein Werbungskostenabzug komme daher nicht in Betracht (Urt. v. 26.4.2013 8 K 3159/10).

Berufskrankheiten

Die Rechtsprechung hat bislang nur solche Krankheiten als typische Berufskrankheiten anerkannt, für die eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine nahezu ausschließliche Kausalität zu typischen Berufsumständen spricht. Dazu gehören u.a. Vergiftungserscheinungen eines Chemikers, die Staublunge eines Bergmanns, Tuberkuloseerkrankung in einer TBC-Heilungsstätte oder der Sportunfall eines Berufsfußballspielers, usw. Burn-out würde nach Ansicht des FG München aber praktisch in allen Bevölkerungsschichten gleichermaßen auftreten. Ähnlich entschied der Bundesfinanzhof im Übrigen bei einem Herzinfarkt (Urteil v. 4.10.1968 - IV R 59/68). Dieser würde nicht typisch bei den Angehörigen von freien Berufen auftreten, sondern auch bei Handwerkern, Arbeitern und Hausfrauen.

Außergewöhnliche Belastung

Kommt für die Behandlungskosten kein Werbungskostenabzug in Betracht, wäre im nächsten Schritt zu prüfen, ob diese als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden können. Letzteres setzt voraus, dass ein vorheriges amtsärztliches Attest vorgelegt wird (§ 64 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung EStDV). In dem zu beurteilenden Sachverhalt war dies nicht der Fall. Das FG München ließ die Frage daher offen.

Stand: 12. August 2013

Thomas Griep Steuerberater work Hauptmannsreute 19 70192 Stuttgart Deutschland work +49 711 22 73 40 fax +49 711 22 73 440 www.steuerberater-griep.de 48.78804 9.15782
Atikon work Kornstraße 4 4060 Leonding Österreich work +43 732 611266 0 fax +43 732 611266 20 www.atikon.com 48.260229 14.257369